Der sogenannte Warburg-Effekt beschreibt die Beobachtung, dass Krebszellen ihre Energie anders gewinnen als gesunde Zellen. Während normale Zellen Energie hauptsächlich mithilfe von Sauerstoff in den Mitochondrien erzeugen, nutzen Krebszellen verstärkt einen gärungsähnlichen Stoffwechsel ohne Sauerstoff. Diese Theorie wurde bereits 1924 vom Physiologen Otto Heinrich Warburg aufgestellt.
Forschern der Universität Jena und der Berliner Charité gelang es nun, wichtige Aspekte dieser Hypothese experimentell zu bestätigen. Sie veränderten Darmkrebszellen genetisch so, dass diese vermehrt ein Protein namens Frataxin bildeten, das an der Zellatmung beteiligt ist. Dadurch wurden die Krebszellen gezwungen, ihre Energie stärker über Zellatmung statt über Gärung zu gewinnen. In Versuchen wuchsen diese veränderten Krebszellen deutlich langsamer und bildeten kleinere Tumore.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Veränderungen im Zellstoffwechsel eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Wachstum von Tumoren spielen. Künftige Therapien könnten darauf abzielen, den Stoffwechsel von Krebszellen gezielt zu beeinflussen und so ihr Wachstum zu verlangsamen.
Quelle: Journal of Biological Chemistry, Band 281, Seite 977. Zusammenfassung (abstract)
… tatsächlich verfolgen wir mit unserer Therapie genau diesen Aspekt schon seit Jahrzehnten. Wir versuchen u.a. diesen Effekt zu nutzen, um den Stoffwechsel von Krebszellen zu beeinflussen.
Danke nochmal an meinen Opa! 😉